diane juliette delaporte

Künstlerin . Malerin

Wie ich male

Vom intuitiven Chaos zur souveränen Präsenz

Meine Malpraxis gründet auf dem Prozess.
Die Komposition entsteht im fortwährenden Dialog zwischen bewusster Setzung und dem, was erscheint. Das Bild ist vollendet, wenn die Formen ins Gleichgewicht finden und sich die Evidenz einer Präsenz zeigt.

Jede Leinwand durchläuft drei Momente:
Chaos,
Wendepunkt
und Präsenz.

Ich male, wie ich denke, fühle und agiere.
Ich male, wie ich bin.

1. Chaos
Meine intuitiven Entscheidungen leiten meine Gesten: ich beginne zu malen. Eine Farbe, Spiegel einer puren Energie, setzt sich durch. Auf der Leinwand erwacht eine Choreografie in der Dichte der Farbflächen, dort, wo sich die Farbtöne überlagern und der Farbspritzer die Stille bricht. Oft spüle ich die Leinwand unter Wasser, um nur die Spuren zu bewahren. Der Akt des Malens setzt sich fort, bis der Hintergrund die Leinwand trägt. Die Materie wird zu einem lebendigen Terrain für die ursprüngliche Essenz, die erscheinen will.

2. Wendepunkt
Der anfängliche Tumult wird lesbar. Formen treten hervor, angedeutet durch Materie und Farbe. An diesem Punkt wird die Leinwand zum Durchgang: das Chaos weicht der entstehenden Ordnung, Intuition trifft Bewusstsein. Die Wahl wird bewusst, hier und jetzt. Das Wesentliche beginnt, existenziell zu werden. Die Leinwand nimmt Gestalt an und wird zu einer Begegnung.

3. Präsenz
Die Formen präzisieren sich, nehmen ihren Platz und ihre Vertikalität ein. Sie werden souverän, in harmonischem Einklang mit der Leinwand. Das Bild wird nun existentiell : ein Raum, in dem der Betrachter die Präsenz wahrnehmen und das stabilisierte Lebendige spüren kann.

Vom Chaos zur Präsenz,
vom Wesentlichen zum Existenziellen
wird jede Leinwand zu einem Raum,
in dem der Blick sich verliert und
der Beobachter seine Präsenz erfahren kann.

Die Werke entdecken:

Acryl und gouache auf Leinwand